„Wie groß soll der Speicher sein?" ist nach der Anlagengröße die zweithäufigste Frage, die wir bekommen – und die Antwort „so groß wie möglich" ist fast immer falsch. Ein überdimensionierter Speicher kostet, ohne dass die letzten Kilowattstunden Kapazität noch nennenswert etwas bringen.
Die Faustregel – und warum sie nur ein Startpunkt ist
Eine verbreitete grobe Orientierung ist rund 1 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Das ist als erster Anhaltspunkt brauchbar, ersetzt aber keine Betrachtung eures tatsächlichen Tagesverlaufs: Wer abends und nachts wenig verbraucht, kommt mit deutlich weniger aus als ein Haushalt mit Homeoffice, E-Auto oder Wärmepumpe, die auch außerhalb der Sonnenstunden Strom zieht.
Autarkiegrad vs. Wirtschaftlichkeit
Die ersten Kilowattstunden Speicher bringen den größten Sprung beim Autarkiegrad – jede weitere kWh bringt spürbar weniger. Der Sprung von etwa 40 auf 60 Prozent Eigenversorgung braucht deutlich weniger zusätzliche Kapazität als der Sprung von 70 auf 90 Prozent. Ab einem gewissen Punkt zahlt ihr für Reserve, die im Jahresschnitt kaum genutzt wird. Wo dieser Punkt liegt, hängt vom Lastprofil ab – deshalb rechnen wir das individuell durch, statt eine Pauschalgröße zu verkaufen.
Sicherheit zuerst
Ein Batteriespeicher braucht einen geeigneten, ausreichend belüfteten Aufstellort mit Abstand zu brennbarem Material und – je nach Hersteller und Kapazität – bestimmte Anforderungen an Fluchtwege und Brandabschnitte. Die meisten Hersteller geben heute Garantien über rund 10 Jahre oder mehrere tausend Ladezyklen, die genauen Werte unterscheiden sich aber deutlich zwischen den Systemen. Das prüfen wir vor jeder Empfehlung, nicht danach.
Wallbox und Speicher zusammen denken
Ein Speicher allein löst nicht automatisch das Problem, dass euer Auto abends laden will, wenn die Sonne schon weg ist. Mit Lastmanagement lässt sich die Ladeleistung der Wallbox an das koppeln, was PV und Speicher tatsächlich hergeben – aber auch das braucht Reserve im Verteiler. Wer Speicher und Wallbox getrennt voneinander plant, baut am Ende oft zweimal um.